Fortbildungsreihe · Mai 2026

Selbstfürsorge für Fachkräfte in sozialen Arbeitsfeldern.

Eine Fortbildungsreihe mit ACT — wenn die Welt viel ist und Sie täglich für andere da sind, ohne sich selbst dabei aus den Augen zu verlieren.

Module
5 · à 4 Zeitstunden
Zeitraum
ca. 6 Monate
Gruppe
bis 10 Personen
Format
Vor Ort · hybrid · online

Worum es geht

Begleitung — keine Belehrung. Werkstatt — kein Wellness.

Wer in sozialen Arbeitsfeldern unterwegs ist, trägt mehr als die eigene Geschichte. Mitgefühl ist Ressource — und kann auslaugen, wenn ihr niemand antwortet.

Diese Fortbildungsreihe nimmt Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) als roten Faden. Nicht als Methode, die etwas an Ihnen reparieren soll, sondern als sechs Bewegungen psychischer Beweglichkeit: hinschauen, was ist; klären, wofür ich antrete; in kleinen Schritten in diese Richtung gehen.

Es geht um Werkzeuge, die im Arbeitsalltag tragen — auch wenn der Tag laut, kurz oder kompliziert ist. Und es geht um Räume, in denen Sie ehrlich mit sich werden dürfen, ohne dass das nach Selbstoptimierung schmeckt.

Selbstfürsorge ist kein Belohnungssystem für einen guten Tag. Sie ist die Praxis, an der wir uns selbst nicht verlieren.

Aus dem Arbeitsbuch

Für wen

Ausschließlich für Fachkräfte in sozialen Arbeitsfeldern.

01

Teams in Sozialer Arbeit, Pädagogik, Beratung & Pflege

Wenn die Aufgabe geteilt ist und die Belastung gemeinsam getragen werden will — Inhouse oder als gemischte Gruppe.

02

Berufseinsteiger­*innen in helfenden Tätigkeiten

Früh Werkzeuge an die Hand bekommen, statt sich später aus der Erschöpfung herausarbeiten zu müssen.

03

Fachkräfte mit eigener Sorgearbeit im Privaten

Wenn die Sorge nicht am Arbeitsplatz endet — pflegende Angehörige, Eltern, Familienverantwortliche.

04

Führungs- & Leitungskräfte mit Fürsorgepflicht

Für Menschen, die für andere Räume halten — und sich selbst nicht aus dem Blick verlieren wollen.

Die fünf Module

Ein Bogen über ca. sechs Monate — mit Mikrolernen dazwischen.

I

Standortbestimmung & Werte-Klärung

Modul 01 · 4 Stunden

Bevor sich etwas bewegt, lohnt eine ehrliche Bestandsaufnahme. Wir nehmen das eigene Stressoren-Inventar auf — und klären den Werte-Kompass: wofür treten Sie eigentlich an?

Ergebnis: Werte-Top-3 als Richtungsgeber für die folgenden Module.

II

Akzeptanz & Defusion

Modul 02 · 4 Stunden

Schwierige Gefühle dürfen da sein. Hinderliche Gedanken auch — aber sie müssen nicht das Steuer übernehmen. Wir üben drei Wege, mit Gedanken in Kontakt zu kommen, ohne von ihnen gesteuert zu werden.

Werkzeuge: Ich-habe-den-Gedanken · Singing-Trick · Zug am Bahnhof.

III

Achtsame Präsenz & Selbst-als-Kontext

Modul 03 · 4 Stunden

Achtsamkeit braucht keine Stunde Meditation. Sie braucht kleine, verlässliche Anker. Wir bauen einen Plan, der in Ihren Arbeitsalltag passt — und üben den ruhigen Beobachter in sich zu kultivieren.

Ergebnis: Wochenplan mit Achtsamkeitsankern, der den Praxistest besteht.

IV

Engagiertes Handeln

Modul 04 · 4 Stunden · mit Projekt

Nicht warten, bis Lust kommt — sondern in Richtung Ihrer Werte gehen, mit kleinen, verlässlichen Schritten. Jede Teilnehmerin definiert ein konkretes Selbstfürsorge-Projekt für den eigenen Alltag.

Ergebnis: Ein erster Schritt, so klein, dass er nicht scheitern kann.

V

Grenzen, Konflikte & professionelles Handeln

Modul 05 · 4 Stunden

Konflikte gehören zur Arbeit mit Menschen. Selbstfürsorge bedeutet hier nicht, ihnen auszuweichen — sondern sich vor, in und nach dem Gespräch achtsam zu begleiten. Wertorientiert handeln, auch wenn die Atmosphäre aufgeladen ist.

Werkzeuge: Vor-Im-Nach-Gespräch-Routine · Werte-Anker im Konflikt.

Themen im Detail

Was in den Modulen konkret bearbeitet wird.

Über die fünf Module hinweg arbeiten wir an einem Bogen aus Themen, die im sozialen Arbeitsfeld immer wieder auftauchen — als Bestandsaufnahme, als Werkzeugkasten und als Reflexionsanker für den Alltag.

01

Stresserleben & Selbstreflexion

Eustress und Distress, akut und chronisch — welche Signale nehme ich wahr, was hilft kurz-, was langfristig?

02

Trigger erkennen

Hilflosigkeit, Grenzüberschreitungen, Vorwürfe, eigene biographische Themen — welche Reize lösen welche Reaktionen aus?

03

Hinderliche & hilfreiche Glaubenssätze

Vom inneren „Ich muss immer funktionieren" zum mitfühlenderen „Selbstfürsorge ist Professionalität".

04

Umgang mit schwierigen Gefühlen

Akzeptanz statt Kampf, Defusion statt Verschmelzung — Gefühle als Informationen lesen lernen.

05

Körper als Frühwarnsystem

Verspannung, flache Atmung, Erschöpfung trotz Schlaf — Körpersignale ernst nehmen, bevor sie lauter werden.

06

Werte als innerer Kompass

Verbundenheit, Aufrichtigkeit, Fürsorge, Mut — was trägt mich, was würde ich tun, wenn niemand zuschaut?

07

Balance Beruf ↔ Privat

Rituale der Trennung, Erholung als Professionalität — Grenzen physisch wie mental gestalten.

08

Ressourcen- & Netzwerkkarte

Wer stärkt mich? Familie, Kolleg:innen, innere Ressourcen, institutionelle Unterstützung — sichtbar machen.

09

Übergänge bewusst gestalten

Ankommen, Zwischenräume, Loslassen — Schwellenmomente, die schützen, wenn man sie wahrnimmt.

10

Grenzen & das Unveränderbare

Was kann ich beeinflussen, was nicht? Energie für das Veränderbare bewahren — ohne in Resignation zu kippen.

11

Herausfordernde Gespräche

Selbstfürsorge vor, in und nach dem Gespräch — Vorbereitung als Schutz, Präsenz ohne Verschmelzung.

12

Vorbildliches Handeln

Selbstfürsorge transparent machen, Kolleg:innen einladen, Strukturen mitgestalten — Haltung als Arbeit.

Der rote Faden

ACT — sechs Bewegungen psychischer Beweglichkeit.

Akzeptanz- und Commitment-Therapie versteht das Ziel nicht als Symptomfreiheit, sondern als die Fähigkeit, mit dem in Kontakt zu sein, was ist — und gleichzeitig in eine gewählte Richtung zu gehen.

Die sechs Bewegungen sind kein Programm, sondern Werkzeuge. Sie greifen ineinander und bilden zusammen, was ACT „psychische Flexibilität" nennt.

01

Akzeptanz

Schwierige Gefühle zulassen, statt gegen sie zu kämpfen. Nicht: alles gut finden. Sondern: aufhören, Energie ins Wegdrücken zu investieren.

02

Defusion

Hinderliche Gedanken erkennen, ohne von ihnen gesteuert zu werden. „Ich habe den Gedanken, dass …" — und kann ihn vorbeiziehen lassen.

03

Achtsame Gegenwart

Im Hier und Jetzt verankert bleiben. Drei Atemzüge reichen, wenn sie wirklich Atemzüge sind. Kleine Anker, große Wirkung.

04

Selbst-als-Kontext

Den ruhigen Beobachter in sich kultivieren. Sie sind nicht Ihre Gedanken, nicht Ihre Gefühle — Sie sind der Raum, in dem all das stattfindet.

05

Werte

Klären, wofür ich antrete. Werte sind Richtungen, keine Ziele — auch an Tagen, an denen Sie das Ziel nicht erreichen, können Sie in Richtung Ihrer Werte handeln.

06

Engagiertes Handeln

Konkrete Schritte gehen — auch und gerade in kleinen Bewegungen. So klein, dass sie nicht scheitern können.

„Sich selbst gut zu behandeln ist kein Egoismus — es ist die Grundlage jeder echten Fürsorge für andere."

aus der Fortbildung · Modul 05

Werkstatt-Auszug

Vier Übungen aus der Praxis.

Damit Sie eine Vorstellung bekommen, wie Selbstfürsorge konkret übend wird — vier kurze Sequenzen, die in den Modulen vertieft werden und im Alltag verlässlich tragen.

Körperarbeit

Verwurzelt & flexibel

Die Baum-Metapher: Füße fest, Wirbelsäule aufrecht, Arme beweglich wie Äste. Standhaft und flexibel — auch wenn um Sie herum gerade Sturm tobt.

Verwurzelt in den Werten, flexibel in den Reaktionen.

ca. 5 minModul 03
Atemarbeit

Atem mit den Armen

Einatmen die Arme heben, kurz halten, ausatmen sanft senken. Drei bis fünf Durchgänge. Aktiviert den Parasympathikus, senkt Stresshormone.

Die einzige autonome Körperfunktion, die wir bewusst steuern können.

2–3 minModul 03
Selbstmitgefühl

Herzöffnung

Eine Hand aufs Herz, ein Atemzug, ein Satz an sich selbst: „Ich darf Fehler machen. Ich tue, was ich kann." Freundlichkeit als Voraussetzung — nicht als Belohnung.

Nach Kristin Neff: Freundlichkeit · Menschsein · Achtsamkeit.

3 minModul 02
Defusion

Blätter im Fluss

Augen schließen, einen langsamen Fluss vor sich sehen. Jeder Gedanke ein Blatt, das vorbeitreibt. Beobachten, nicht festhalten. „Ich habe den Gedanken — er hat nicht mich."

Distanz zum Gedankenstrom, Beobachter-Ich aktivieren.

5–8 minModul 02

Format & Konditionen

Verlässlicher Bogen, klare Konditionen.

Die Fortbildung läuft als Reihe von fünf Modulen über etwa ein halbes Jahr. Mikrolernen zwischen den Modulen — kurze Impulse, kleine Übungen — hält den Faden im Alltag.

Wir buchen vor Ort, hybrid oder rein online. Die Gruppengröße bleibt bei maximal zehn Personen, damit Tiefe möglich bleibt.

Modulanzahl
5 Module
Dauer / Modul
4 Zeitstunden
Gesamt­zeitraum
ca. 6 Monate
Gruppe
bis 10 Personen
Format
Vor Ort · hybrid · online
Plus
MikrolernenKurze Impulse zwischen den Modulen

Über die Begleitung

Martina Ackers-Peilert — Porträt

Martina Ackers-Peilert

Sozialarbeiterin · Supervisorin

Seit über zwanzig Jahren begleite ich Menschen in helfenden Berufen — als Sozialarbeiterin im Feld, als Supervisorin in Beratungssettings und als Fortbildnerin für Teams, die zwischen großer Verantwortung und knappen Ressourcen arbeiten.

Mein Zugang ist gleichermaßen klar und warm. Ich glaube, dass professionelle Haltung und persönliche Lebendigkeit nicht im Widerspruch stehen — und dass Selbstfürsorge keine Pflichtübung ist, sondern eine Frage der Würde.

ACT begleitet mich seit vielen Jahren als Sprache und Werkzeug. In dieser Fortbildung gebe ich weiter, was sich in der Praxis als tragfähig erwiesen hat — ohne Beliebigkeit, ohne Belehrung.

Kontakt

Lassen Sie uns sprechen.

Ob Sie als Team buchen, als Einrichtung einen Inhouse-Bogen planen, oder zuerst ein unverbindliches Vorgespräch wünschen — schreiben Sie mir.

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Martina Ackers-Peilert am Schreibtisch

Martina Ackers-Peilert

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