Teams in Sozialer Arbeit, Pädagogik, Beratung & Pflege
Wenn die Aufgabe geteilt ist und die Belastung gemeinsam getragen werden will — Inhouse oder als gemischte Gruppe.
Fortbildungsreihe · Mai 2026
Eine Fortbildungsreihe mit ACT — wenn die Welt viel ist und Sie täglich für andere da sind, ohne sich selbst dabei aus den Augen zu verlieren.
Worum es geht
Wer in sozialen Arbeitsfeldern unterwegs ist, trägt mehr als die eigene Geschichte. Mitgefühl ist Ressource — und kann auslaugen, wenn ihr niemand antwortet.
Diese Fortbildungsreihe nimmt Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) als roten Faden. Nicht als Methode, die etwas an Ihnen reparieren soll, sondern als sechs Bewegungen psychischer Beweglichkeit: hinschauen, was ist; klären, wofür ich antrete; in kleinen Schritten in diese Richtung gehen.
Es geht um Werkzeuge, die im Arbeitsalltag tragen — auch wenn der Tag laut, kurz oder kompliziert ist. Und es geht um Räume, in denen Sie ehrlich mit sich werden dürfen, ohne dass das nach Selbstoptimierung schmeckt.
Selbstfürsorge ist kein Belohnungssystem für einen guten Tag. Sie ist die Praxis, an der wir uns selbst nicht verlieren.
Aus dem Arbeitsbuch
Für wen
Wenn die Aufgabe geteilt ist und die Belastung gemeinsam getragen werden will — Inhouse oder als gemischte Gruppe.
Früh Werkzeuge an die Hand bekommen, statt sich später aus der Erschöpfung herausarbeiten zu müssen.
Wenn die Sorge nicht am Arbeitsplatz endet — pflegende Angehörige, Eltern, Familienverantwortliche.
Für Menschen, die für andere Räume halten — und sich selbst nicht aus dem Blick verlieren wollen.
Die fünf Module
Bevor sich etwas bewegt, lohnt eine ehrliche Bestandsaufnahme. Wir nehmen das eigene Stressoren-Inventar auf — und klären den Werte-Kompass: wofür treten Sie eigentlich an?
Ergebnis: Werte-Top-3 als Richtungsgeber für die folgenden Module.
Schwierige Gefühle dürfen da sein. Hinderliche Gedanken auch — aber sie müssen nicht das Steuer übernehmen. Wir üben drei Wege, mit Gedanken in Kontakt zu kommen, ohne von ihnen gesteuert zu werden.
Werkzeuge: Ich-habe-den-Gedanken · Singing-Trick · Zug am Bahnhof.
Achtsamkeit braucht keine Stunde Meditation. Sie braucht kleine, verlässliche Anker. Wir bauen einen Plan, der in Ihren Arbeitsalltag passt — und üben den ruhigen Beobachter in sich zu kultivieren.
Ergebnis: Wochenplan mit Achtsamkeitsankern, der den Praxistest besteht.
Nicht warten, bis Lust kommt — sondern in Richtung Ihrer Werte gehen, mit kleinen, verlässlichen Schritten. Jede Teilnehmerin definiert ein konkretes Selbstfürsorge-Projekt für den eigenen Alltag.
Ergebnis: Ein erster Schritt, so klein, dass er nicht scheitern kann.
Konflikte gehören zur Arbeit mit Menschen. Selbstfürsorge bedeutet hier nicht, ihnen auszuweichen — sondern sich vor, in und nach dem Gespräch achtsam zu begleiten. Wertorientiert handeln, auch wenn die Atmosphäre aufgeladen ist.
Werkzeuge: Vor-Im-Nach-Gespräch-Routine · Werte-Anker im Konflikt.
Themen im Detail
Über die fünf Module hinweg arbeiten wir an einem Bogen aus Themen, die im sozialen Arbeitsfeld immer wieder auftauchen — als Bestandsaufnahme, als Werkzeugkasten und als Reflexionsanker für den Alltag.
Eustress und Distress, akut und chronisch — welche Signale nehme ich wahr, was hilft kurz-, was langfristig?
Hilflosigkeit, Grenzüberschreitungen, Vorwürfe, eigene biographische Themen — welche Reize lösen welche Reaktionen aus?
Vom inneren „Ich muss immer funktionieren" zum mitfühlenderen „Selbstfürsorge ist Professionalität".
Akzeptanz statt Kampf, Defusion statt Verschmelzung — Gefühle als Informationen lesen lernen.
Verspannung, flache Atmung, Erschöpfung trotz Schlaf — Körpersignale ernst nehmen, bevor sie lauter werden.
Verbundenheit, Aufrichtigkeit, Fürsorge, Mut — was trägt mich, was würde ich tun, wenn niemand zuschaut?
Rituale der Trennung, Erholung als Professionalität — Grenzen physisch wie mental gestalten.
Wer stärkt mich? Familie, Kolleg:innen, innere Ressourcen, institutionelle Unterstützung — sichtbar machen.
Ankommen, Zwischenräume, Loslassen — Schwellenmomente, die schützen, wenn man sie wahrnimmt.
Was kann ich beeinflussen, was nicht? Energie für das Veränderbare bewahren — ohne in Resignation zu kippen.
Selbstfürsorge vor, in und nach dem Gespräch — Vorbereitung als Schutz, Präsenz ohne Verschmelzung.
Selbstfürsorge transparent machen, Kolleg:innen einladen, Strukturen mitgestalten — Haltung als Arbeit.

Der rote Faden
Akzeptanz- und Commitment-Therapie versteht das Ziel nicht als Symptomfreiheit, sondern als die Fähigkeit, mit dem in Kontakt zu sein, was ist — und gleichzeitig in eine gewählte Richtung zu gehen.
Die sechs Bewegungen sind kein Programm, sondern Werkzeuge. Sie greifen ineinander und bilden zusammen, was ACT „psychische Flexibilität" nennt.
Schwierige Gefühle zulassen, statt gegen sie zu kämpfen. Nicht: alles gut finden. Sondern: aufhören, Energie ins Wegdrücken zu investieren.
Hinderliche Gedanken erkennen, ohne von ihnen gesteuert zu werden. „Ich habe den Gedanken, dass …" — und kann ihn vorbeiziehen lassen.
Im Hier und Jetzt verankert bleiben. Drei Atemzüge reichen, wenn sie wirklich Atemzüge sind. Kleine Anker, große Wirkung.
Den ruhigen Beobachter in sich kultivieren. Sie sind nicht Ihre Gedanken, nicht Ihre Gefühle — Sie sind der Raum, in dem all das stattfindet.
Klären, wofür ich antrete. Werte sind Richtungen, keine Ziele — auch an Tagen, an denen Sie das Ziel nicht erreichen, können Sie in Richtung Ihrer Werte handeln.
Konkrete Schritte gehen — auch und gerade in kleinen Bewegungen. So klein, dass sie nicht scheitern können.
„Sich selbst gut zu behandeln ist kein Egoismus — es ist die Grundlage jeder echten Fürsorge für andere."
aus der Fortbildung · Modul 05Werkstatt-Auszug
Damit Sie eine Vorstellung bekommen, wie Selbstfürsorge konkret übend wird — vier kurze Sequenzen, die in den Modulen vertieft werden und im Alltag verlässlich tragen.
Die Baum-Metapher: Füße fest, Wirbelsäule aufrecht, Arme beweglich wie Äste. Standhaft und flexibel — auch wenn um Sie herum gerade Sturm tobt.
Verwurzelt in den Werten, flexibel in den Reaktionen.
Einatmen die Arme heben, kurz halten, ausatmen sanft senken. Drei bis fünf Durchgänge. Aktiviert den Parasympathikus, senkt Stresshormone.
Die einzige autonome Körperfunktion, die wir bewusst steuern können.
Eine Hand aufs Herz, ein Atemzug, ein Satz an sich selbst: „Ich darf Fehler machen. Ich tue, was ich kann." Freundlichkeit als Voraussetzung — nicht als Belohnung.
Nach Kristin Neff: Freundlichkeit · Menschsein · Achtsamkeit.
Augen schließen, einen langsamen Fluss vor sich sehen. Jeder Gedanke ein Blatt, das vorbeitreibt. Beobachten, nicht festhalten. „Ich habe den Gedanken — er hat nicht mich."
Distanz zum Gedankenstrom, Beobachter-Ich aktivieren.
Format & Konditionen
Die Fortbildung läuft als Reihe von fünf Modulen über etwa ein halbes Jahr. Mikrolernen zwischen den Modulen — kurze Impulse, kleine Übungen — hält den Faden im Alltag.
Wir buchen vor Ort, hybrid oder rein online. Die Gruppengröße bleibt bei maximal zehn Personen, damit Tiefe möglich bleibt.

Über die Begleitung

Martina Ackers-Peilert
Seit über zwanzig Jahren begleite ich Menschen in helfenden Berufen — als Sozialarbeiterin im Feld, als Supervisorin in Beratungssettings und als Fortbildnerin für Teams, die zwischen großer Verantwortung und knappen Ressourcen arbeiten.
Mein Zugang ist gleichermaßen klar und warm. Ich glaube, dass professionelle Haltung und persönliche Lebendigkeit nicht im Widerspruch stehen — und dass Selbstfürsorge keine Pflichtübung ist, sondern eine Frage der Würde.
ACT begleitet mich seit vielen Jahren als Sprache und Werkzeug. In dieser Fortbildung gebe ich weiter, was sich in der Praxis als tragfähig erwiesen hat — ohne Beliebigkeit, ohne Belehrung.
Kontakt
Ob Sie als Team buchen, als Einrichtung einen Inhouse-Bogen planen, oder zuerst ein unverbindliches Vorgespräch wünschen — schreiben Sie mir.
kontakt@reflexionszeit.de
Martina Ackers-Peilert